IGEL stellt sein Lizenzmodell zum 1. Januar 2026 auf ein Editions-basiertes Abonnement um. Für Bestandskunden bedeutet das keine reine Vertragsänderung, sondern eine Neuordnung von Beschaffung, Wartung, Support und Projektplanung. Perpetual- und klassische OS-11-Lizenzen bleiben zwar gültig, lassen sich nach dem Stichtag jedoch nicht mehr erweitern oder verlängern. Gleichzeitig werden neue Lizenzen ausschließlich als COSMOS Platform Access Subscription (PAS) in klar definierten Editionen angeboten. Damit verknüpft IGEL Funktionsumfang und Supportlevel enger mit dem tatsächlichen Betriebsbedarf moderner Digital-Workspace-Umgebungen. Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, welche Lizenzarten im Bestand bestehen, welche Edition künftig benötigt wird und wie sich Laufzeiten und Budgets konsolidieren lassen. So vermeiden Sie Supportlücken und schaffen Planungssicherheit für Rollouts ab 2026.
Was sich zum 01.01.2026 konkret ändert
Ab dem Stichtag gelten folgende Grundregeln:
- Bestandslizenzen bleiben gültig. Vor 2026 erworbene IGEL-OS-Lizenzen verlieren ihre Wirksamkeit nicht.
- Keine Verlängerung oder Erweiterung bestehender Lizenztypen. Perpetual-Modelle und OS-11-Subscriptions können nach dem 31.12.2025 nicht mehr regulär erneuert oder aufgestockt werden.
- Neue Projekte ausschließlich im Editionsmodell. Ab 01.01.2026 werden neue Lizenzen nur noch als Subscriptions in OS-Editionen angeboten.
Ziel der Umstellung ist eine einheitliche Subscription-Logik, die den Funktionsumfang entlang unterschiedlicher Betriebsgrößen und Branchenanforderungen staffelt – und dadurch sowohl Lizenzmanagement als auch Support klarer kalkulierbar macht.
Die Umstellung betrifft auch die Beschaffungs- und Budgetlogik. Ab 2026 entsteht der Lizenzbedarf für neue Endpoints ausschließlich über Edition-Subscriptions; eine nachträgliche „Aufstockung“ alter Lizenzpools ist nicht mehr möglich.
COSMOS PAS als neues Fundament
Kern des neuen Modells ist die COSMOS Platform Access Subscription „PAS“. Sie bildet die Basis aller Editionen und ersetzt die bisherige Trennung in Perpetual-Lizenz plus Maintenance.
COSMOS PAS bündelt:
- Nutzungsrecht der IGEL-Plattform
- Zugriff auf die jeweilige OS-Edition
- Wartung/Updates im Rahmen der Subscription
- Supportlevel entsprechend der Edition
- Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von „Lizenz besitzen und optional warten“ zu „Plattformzugang als laufende Betriebsleistung“. Für viele Unternehmen ist das aus Governance-Sicht sinnvoll, weil Wartung und Sicherheitsversorgung nicht mehr als optionales Add-on gehandhabt werden können.
Die neuen IGEL OS Editionen: Funktions- und Supportstaffelung
IGEL führt sechs Editionen ein, die sich an Reifegrad, Komplexität und Regulierung orientieren. Die Edition bestimmt sowohl den Funktionsumfang als auch das verfügbare Supportlevel.
Essential Edition
Zielprofil: kleine Umgebungen oder standardisierte Einstiege.
Kernumfang: Basisfunktionen, zentrale Profilverwaltung, CI-Customizing, Security-Logging.
Support: Select Support.
Standard Edition
Zielprofil: mittelständische, wachsende Umgebungen mit Integrationsbedarf.
Kernumfang: Essential-Funktionen plus externe Datenbankanbindung, Secure Terminal, Template Keys, erweitertes Onboarding.
Support: Priority Support.
Enterprise Edition
Zielprofil: große, verteilte oder organisatorisch komplexe Installationen.
Kernumfang: Standard-Funktionen plus Distributed UMS, lokales App-Repository, UMS-CA-Proxy, Asset-Inventory.
Support: Plus/Premier (bzw. höchste Supportstufen, je nach Vertrag).
Healthcare Edition
Zielprofil: Kliniken, Praxen und regulierte Healthcare-Infrastrukturen.
Kernumfang: zusätzliche Security- und Compliance-Mechanismen, angepasst an branchentypische Vorgaben.
Support: vertragsspezifisch.
Government Edition
Zielprofil: öffentlicher Sektor und Behörden.
Kernumfang: voller Funktionsumfang mit erweiterten Sicherheitsrichtlinien für den öffentlichen Dienst.
Support: vertragsspezifisch.
Weitere Informationen zu den Editions direkt bei IGEL: https://kb.igel.com/en/igel-subscription-and-more/current/igel-os-editions
Ordnen Sie Ihre Umgebung nicht primär nach Unternehmensgröße ein. Entscheidend sind technische und organisatorische Parameter wie Standortverteilung, Mandantenfähigkeit, Automatisierungsgrad, Sicherheitsrichtlinien (z. B. ISO-27001-Kontrollen) und die Anzahl heterogener Workspace-Stacks.
Auswirkungen auf Bestandskunden
Für bestehende Installationen ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder:
- Lizenzinventur und Laufzeiten
Prüfen Sie, welche Lizenztypen (Perpetual, Subscription, Maintenance) im Einsatz sind und wie lange Wartungsansprüche laufen. Diese Information ist die Basis für jede Migrations- oder Co-Terming-Entscheidung. - Planung der Editions-Zielarchitektur
Legen Sie fest, welche Edition künftig Ihre Betriebsanforderungen abbildet. Dabei sollten Sie nicht nur auf aktuelle Funktionen schauen, sondern auch auf absehbare Entwicklungen (z. B. Cloud-Workspace-Ausbau, stärkere Compliance-Vorgaben, höhere Standortkomplexität). - Budget- und Beschaffungslogik anpassen
Ab 2026 wird Lizenzbedarf über Subscriptions gedeckt. Damit verändern sich Kostenverteilung und Jahresplanung: CapEx-orientierte Einmallizenzen weichen planbaren OpEx-Subscriptions. Das ist in der IT-Budgetsteuerung früh zu berücksichtigen.
Auch wenn Bestandslizenzen weiterlaufen, entsteht in Neuprojekten ein Mischbetrieb. Ohne frühzeitige Konsolidierung kann das die Lizenzverwaltung unnötig verkomplizieren.
Vorgehen zur sauberen Umstellung
Ein belastbarer Übergang auf das Editionsmodell lässt sich in vier Schritten strukturieren:
- Bestandsaufnahme
Lizenztypen, Wartungsstatus, Endpoints pro Standort/Use-Case, UMS-Version, Supportverträge. - Edition-Mapping
Technische und organisatorische Anforderungen auf Editionen abbilden. Ergebnis sollte eine klare Ziel-Edition (ggf. je Mandant/Umgebung) sein. - Co-Terming und Laufzeitkonsolidierung
Laufzeiten so harmonisieren, dass die Organisation nicht mit stark fragmentierten Renewal-Terminen arbeitet. Das reduziert administrativen Aufwand und Budgetstreuung. - Beschaffungs- und Rollout-Regeln festlegen
Definieren Sie verbindlich, dass neue Endpoints nur noch über COSMOS-PAS-Editionen lizenziert werden, und schaffen Sie einen Standardprozess für die Editionsauswahl in Projekten.
Verankern Sie die Editionsentscheidung als festen Schritt in Ihrem Workplace-Projektmodell (z. B. in der Design-Phase). So verhindern Sie, dass Lizenzfragen erst kurz vor Rollout auftauchen.
Die IGEL-Umstellung auf COSMOS PAS und Editions-Subscriptions ab dem 1. Januar 2026 verändert Lizenzierung, Support und Budgetlogik nachhaltig. Bestandslizenzen bleiben zwar nutzbar, lassen sich aber nicht mehr erweitern oder verlängern. Für neue Projekte gilt ausschließlich das Editionsmodell. Wer jetzt Lizenzbestand, Laufzeiten und Betriebsanforderungen sauber erfasst und eine Ziel-Edition definiert, reduziert Komplexität im Übergang und vermeidet Support- und Beschaffungslücken. Die entscheidende Aufgabe liegt darin, die Umstellung nicht als isoliertes Lizenzthema zu behandeln, sondern als strategische Grundlage für die Workplace-Roadmap ab 2026.
