Azure Local – Sizing & Pricing
Was kostet eigentlich Azure Local? Und ist Azure Local eine sinnvolle Alternative für VMware vSphere? Eine berechtigte Frage, die sich pauschal nicht beantworten lässt. Wie so oft in der IT lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Worauf genau? Das wollen wir hier beleuchten.
Das Azure Local Preismodell
Die Azure Local Hostdienste werden über eine Azure Subscription pro physischem CPU-Kern der Hardware lizenziert. Kostenpunkt: 10 USD pro Kern. In Europa ist die Gebühr abhängig vom aktuellen Wechselkurs und wird nutzungsbasiert abgerechnet.
Enthalten sind neben den Azure Local Hostdiensten – z. B. für den Betrieb von Windows Server VMs oder Linux VMs – auch Azure Kubernetes Service (AKS), um Container auf der Azure Local Plattform zu betreiben, sowie Azure Arc zur zentralen Verwaltung. Zusätzlich sind Hotpatching und Extended Security Support enthalten.
Für den Betrieb von Windows Server VMs – also den Gast-VMs – werden zusätzliche Lizenzen benötigt. Entweder erfolgt die Lizenzierung über bereits vorhandene Windows Server Lizenzen oder über die Azure Subscription für 23,30 USD pro physischem Kern und Monat.
Kann ich das Azure Hybrid Benefit für Azure Local nutzen?
Ja. Wenn Sie über Windows Server Datacenter Lizenzen mit aktiver Software Assurance verfügen, können Sie das Azure Hybrid Benefit nutzen, um sowohl die Azure Local Hostdienste als auch das Windows Server Gastbetriebssystem abzudecken.
Achtung: Microsoft verweist aktuell darauf, dass nur Windows Server Datacenter Lizenzen mit Software Assurance, die über ein Enterprise Agreement erworben wurden, sowie Datacenter CSP Subscriptions das Hybrid Benefit für Azure Local nutzen dürfen. An dieser Stelle gilt es, die Product Terms in der Version zum Zeitpunkt des Lizenzerwerbs zu prüfen. In der Vergangenheit war diese Einschränkung so nicht vermerkt.
Geht auch OEM?
Da viele Unternehmen eine Migration auf Azure Local gemeinsam mit einem Tech Refresh durchführen werden – weil die aktuelle Hardware häufig nicht zertifiziert ist oder nicht genügend Ressourcen für die Migration bereitstellt – kann eine OEM-Lizenzierung durchaus attraktiv sein.
Azure Local als OEM-Lizenz deckt bis zu 16 physische Kerne je Cluster-Node ab. Zusätzlich lässt sich auch Windows Server Datacenter 2025 für den unbegrenzten Betrieb von Windows Server VMs lizenzieren, ebenso Azure Kubernetes Service (AKS). Für Nodes mit mehr als 16 Kernen stehen Add-on-Lizenzen zum Kauf zur Verfügung.
OEM-Lizenzen sind für den Lifecycle der erworbenen Hardware an diese gebunden und können nicht auf andere Systeme übertragen werden. Der Hardware-Hersteller stellt im Rahmen der OEM-Lizenz auch den Support für Azure Local bereit.
Weniger attraktiv ist die OEM-Variante für Unternehmen, die keine fixen Server-Ressourcen über lange Zeit bereitstellen möchten und stattdessen nur die tatsächlich genutzten Ressourcen abrechnen wollen (z. B. durch Deaktivierung physischer Kerne).
Was ist mit Client User Lizenzen?
Azure Local benötigt keine Windows Server CALs. Sollten Sie jedoch Remote Desktop Services nutzen wollen, werden diese weiterhin zusätzlich benötigt.
Je nach Anzahl der Anwender ist das Einsparpotenzial im CAL-Bereich enorm. Als Beispiel: Eine User-CAL im CSP-Kaufmodell liegt bei ca. 54 € netto – als Subscription mit 1 Jahr Laufzeit bei etwa 15 € netto. Bei 100 Usern ergibt sich allein hier eine Einsparung zwischen 5.000 und 7.000 € (bei einer Laufzeit der Lösung von 5 Jahren).
AVD auf Azure Local
Wussten Sie eigentlich, dass Sie Azure Virtual Desktop auch auf Azure Local betreiben dürfen? Die Zugriffsrechte für AVD sind in einigen Microsoft 365 Paketen bereits enthalten (z. B. in M365 Business Premium oder E3).
Wenn Sie Azure Local ausschließlich für AVD verwenden möchten, werden keine zusätzlichen Windows Server Lizenzen für ein Gastbetriebssystem benötigt. Die Azure Local Subscription, das AVD-Zugriffsrecht sowie eine Dienstgebühr für den Betrieb von AVD auf Azure Local (0,01 USD pro vCore und Stunde) sind ausreichend.
Welche Hardware wird benötigt?
Grundsätzlich unterscheidet sich Azure Local Hardware nicht signifikant von klassischen x86-Servern. Es gibt jedoch ein paar wichtige Grundregeln:
- Intel VT oder AMD-V CPUs mit SLAT-Unterstützung werden vorausgesetzt (aktuelle Generationen der Intel Xeon und AMD EPYC Reihen sind i. d. R. supported).
- ECC-Speicher ist erforderlich (mindestens 32 GB). Wir empfehlen balancierte RAM-Konfigurationen.
- Da kein RAID verwendet wird, sondern die Datenverteilung softwareseitig durch Azure Local erfolgt, dürfen keine RAID-Controller verbaut werden.
- Es werden mindestens eine Boot-Disk sowie zwei Daten-Disks benötigt.
- Das Netzwerk sollte für ein zügiges Datenmanagement im Storage-Bereich mindestens 10 GbE – besser 25 GbE – ermöglichen. Die Netzwerkadapter sollten RDMA-fähig sein. Wir empfehlen Mellanox Netzwerkkarten. Mindestens zwei Netzwerkadapter werden vorausgesetzt.
- TPM 2.0 und Secure Boot sind Pflicht.
- Im Cluster müssen alle Nodes identisch konfiguriert sein.
- Auch die Storage-Switches müssen RDMA-fähig sein.
Die Serverhersteller bieten zertifizierte Systeme für Azure Local an. Wir empfehlen den Einsatz solcher zertifizierten Systeme, um vollumfänglichen Support zu erhalten.
In kleineren Umgebungen bietet es sich außerdem an, 2–3 Nodes als Switchless-Cluster zu betreiben. Auch in ROBO-Umgebungen oder für Azure-Kunden, die nur wenige Anwendungen On-Premises benötigen, können Single Nodes sinnvoll sein.
Wie gehen wir nun vor?
Um ein konkretes Sizing und damit auch einen belastbaren Preis für Ihre Azure Local Umgebung zu ermitteln, sollten wir uns über folgende Punkte austauschen:
- Was ist der Anwendungsfall? (VM-Cluster, VDI-Cluster, Container, KI etc.)
- Wie sieht die aktuell eingesetzte Hardwareplattform aus?
- Welche Lizenzen (Windows Server, M365) sind bereits vorhanden?
Anschließend kann auf dieser Basis eine Kalkulation für Ihr Azure Local erstellt werden – gerne auch inklusive Proof of Concept für die relevanten Anwendungsfälle.


