Profilmanagement: Darum müssen Sie Ihre Profile pflegen

von Eduard Hübner
15. September 2022
4 Minuten zu lesen
Autor
Eduard Hübner
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Kategorien:
  • Modern Workplace

Herausforderung Profilpflege

Profile sind seit jeher eine Herausforderung für virtuelle Desktops. Ob VDI oder Multi-User Systeme: Roaming User Profiles müssen gepflegt werden. Die Gründe dafür sind vielseitig. Zwar geht es primär darum, die Anmeldezeiten für End User zu optimieren. Doch darüber hinaus spielen weitere Aspekte eine wichtige Rolle – darunter etwa:

  • die Speichergröße der Profil-Server
  • der Backup-Server
  • die Leistungsanforderungen an die Speicher-Infrastruktur für Lese- und Schreibzugriffe

Mit Lösungen wie Citrix User Profile Management oder VMware Dynamic Environment Manager ist es besonders wichtig, nur absolut notwendige Profilbereiche zu speichern. Die Idee dieser Lösungen ist es, präzise zu konfigurieren, welche Anteile eines Benutzerprofils gespeichert werden sollen. Die Bereiche ergeben sich durch die genutzten Anwendungen und können sich je nach Benutzerverhalten und Umgebung unterscheiden.

Die Auswirkung auf die Anmeldezeiten ist durch umfangreiche Benutzerprofile mit großen Dateimengen begründet. Profildaten bestehen oft aus vielen kleinsten Dateien, die sich schnell negativ auf die Anmeldezeit der Benutzersitzung auswirken.

Relevante Profil-Bereiche müssen über die Hersteller-Dokumentation der eingesetzten Anwendungen in Erfahrung gebracht werden. Nicht selten fehlen allerdings diese Angaben in öffentlichen Anwendungs-Dokumentationen, sodass die Anwendungen im Einzelfall getestet werden müssen.

"Klassische Lösungen" vs. "Moderne Lösungen"

Während bei diesen „klassischen Lösungen“ eine mangelnde Pflege schnell zum Show-Stopper für die Akzeptanz bei Anmeldezeiten wurde, verlagern sich die Gründe bei neuen Lösungen in eine andere Richtung. Als klassisch betrachten wir Lösungen, die Datei-basiert das Benutzerprofil speichern, während „moderne Lösungen“ die Benutzerdaten direkt in Containern verarbeiten.

Bei Container-basierten Lösungen wie Microsoft FSLogix oder Citrix Profile Management profile Container lohnt sich die Profilpflege vor allem hinsichtlich der Speicherbelegung. Denn gerade mit Container-Lösungen entpuppen sich so manche Applikationen als wahre Jäger und Sammler – alles wird gespeichert, nichts wird aufgeräumt. Grund dafür ist, dass viele Softwareentwickler ihre Anwendungen nicht für virtuelle Desktopsysteme optimieren oder man davon ausgeht, dass eine geringe Speicherbelegung nicht von Interesse ist.

Schnell überschreiten Container so Dateigrößen jenseits der 10-GB-Marke. Das erfordert nicht nur größere Datenspeicher, sondern ändert beispielsweise auch den Wiederherstellungsprozess. Wo der Helpdesk mit Citrix User Profile Management noch einzelne Dateien oder Ordner wiederherstellen konnte, können Container durch einen Restore nur als eine gesamtheitliche Datei wiederhergestellt werden. Das vereinfacht für den Administrator die Vorgehensweise, setzt aber voraus, dass kein Benutzerzugriff auf den Container stattfindet.

Ab wann und womit macht es Sinn, sich um die Benutzerprofile und deren Inhalte zu kümmern?

Grundsätzlich gilt: Es macht in jedem Fall Sinn. Idealerweise sollte man die Analyse von Benutzerprofilen bereits in der Implementierungsphase von virtuellen Desktops mit einplanen.

Die Frage welche Profilmanagement Lösung die beste Wahl für mich ist, lässt sich hingegen nicht pauschal beantworten. Aktueller Platzhirsch in diesem Segment ist sicherlich das Produkt FSLogix. Jedoch muss auch hier geprüft werden, ob alle benötigten Anwendungen mit der Technologie kompatibel sind, oder ob man auf eine alternative Lösung zurückgreifen muss.

Auch infrastrukturelle Gegebenheiten können Einfluss auf die Entscheidung für die richtige Lösung nehmen. Wo bei Citrix User Profile Management noch die meisten Schreib- und Lesezugriffe währen der Stoßzeiten für An- und Abmeldevorgänge verarbeitetet werden mussten, fordert ein FSLogix Container technologisch bedingt dauerhaft ausreichende Speicher-Performance auf dem Profil-Server.

Je nach eingesetzter Virtualisierungslösung fällt die Auswahl der Profil Lösung aufgrund von erforderlichen Lizenzen oft recht überschaubar aus. Für Citrix Kunden macht es z.b. wenig Sinn eine Profil Lösung von VMware zu betrachten, da diese separat zu lizenzieren ist. Hingegen sollte FSLogix immer in Betracht gezogen werden, da diese Lösung über die Remote Desktop Services Client Access License ohnehin inkludiert ist und in den meisten Fällen bereits vorliegt.

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